Saison 2017

Die Saison 2017 der THUNDER DRAGONS im Rückblick

 

Mai: Regatta Toeppersee

Trotz relativ kurzer Vorbereitung sind wir hochmotiviert nach Rheinhausen gefahren, viele starke Teams eröffnen dort die Saison um eine erste Überprüfung des Leistungsstandes durchzuführen. Der Veranstalter zog ein großes Programm durch, denn 10-Bank und 5-Bank Konkurrenz liefen parallel. Nach eigentlich guten Vorläufen zogen wir als Dritter ins Finale der Sport-Teams ein, in welchem die besten 8 Teams 2 Zeitläufe zu absolvieren hatten.
Aber so richtig rund lief es einfach an diesem Tage nicht für uns, nicht nur das bei unseren Läufen der Wettergott uns zweimal mächtig ins Gesicht blies, auch war das Team weder in Kraft noch Kondition soweit, um die Plätze auf dem Treppchen anzugreifen. Am Ende belegten wir den 5. Platz mit der Erkenntnis, noch viel Arbeit und viele Kilometer auf dem heimischen Kanal vor uns zu haben.

Juni: Days of Thunder in Witten

Immer ein absolutes Highlight in der Drachenboot-Szene! Fast 100 Teams messen sich in verschiedenen Klassen über 2 Tage auf der Ruhr beim KC Witten, gegen die Strömung versteht sich. Da freut sich der Körper schon im Vorfeld auf belebende Rennen!
Mit mehreren Wohnwagen und Wohnmobilen reiste der Großteil des Teams schon Freitags an und wir errichteten unsere „Wagenburg“ an einem schönen Platz auf dem großzügigen Gelände. Nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren die Sport-Klasse jeweils gewonnen hatten, wollten wir dieses Jahr das Triple perfekt machen. Nach dem Ergebnis vom Toeppersee bereiteten wir uns mit intensivem Training entsprechend vor, um uns der starken Konkurrenz in Witten zu stellen. 4 erste Plätze und ein zweiter Platz in den Vorläufen belohnte uns für das harte Training und wir zogen souverän ins große Finale ein. Dort galt es gegen starke Teams zu bestehen, unter anderem gegen die Torpedos aus Saarbrücken, die sich genauso souverän für das Finale qualifizierten wie wir.
Ein Showdown bahnte sich an, am Start ist die Anspannung förmlich zu greifen. Nach 220m liegen wir noch eine Kopflänge vor den Saarbrückern auf dem ersten Platz, doch werden wir durch einen fulminanten Endspurt von den Torpedos im Ziel um Haaresbreite abgefangen! Nun denn, nach diesem harten Kampf belegen wir einen sehr guten 2.Platz in der höchsten Rennklasse. Da wir, im Gegensatz zu anderen Teams, mit 10 Frauen im Boot angetreten sind ein toller Erfolg, unsere Mädels haben alles aus sich herausgeholt!
Fazit: Ein rundum gelungenes Wochenende mit einer top organisierten Regatta, Danke an alle Donnerdrachen für das deluxe Catering, die Musikbeschallung, das tolle Teamlager und einer beeindruckenden sportlichen Leistung !

Juli : Leer Maritim

Eine kleine, aber feine Regatta im Stadthafen der schönen Stadt Leer. Dort sind wir mit einem reinen Damenboot in der Small-Boot Klasse angetreten, als THUNDER DRAGONS Ladies. Samstag morgens angereist sind wir dann direkt durchgefahren bis zum Emdener Kanuclub, um dort unsere erste und auch einzige Trainingseinheit mit einem 5-Bank Boot durchzuführen. Nach der Eingewöhnung auf völlig andere Fahreigenschaften des kleinen Bootes konnten unsere Mädels sich an einer schönen Trainingseinheit auf den Emdener Stadtkanälen mit dem Teamcaptain als Trainer erfreuen.
Tags darauf gingen unsere Damen gut gelaunt an den Start, um festzustellen, das die Sprintstrecke auf 300m verlängert worden ist, das heißt, der Kraftaufwand durch das kurze, schwere Boot in Verbindung mit der längeren Strecke war schon enorm!
Insgeheim machten wir uns im Vorfeld Hoffnungen, mit den Mädels einige Mixed-Boote hinter uns zu lassen, aber das würde jetzt `ne ganz harte Nummer werden.
Doch unsere Mädels sind richtig taff, sie gewannen überlegen die Damenwertung und konnten sogar zwei Mixed-Teams (besetzt mit 7(!) Männern und 3 Frauen)hinter sich lassen.

August : Auesee Wesel

Auch die Regatta auf dem Auesee hat sich mittlerweile zu einem hervorragend organisierten Event gemausert. 10-Bank und 5-Bank Konkurrenz, Klassifizierung in Fun-, Fun-Sport und Sport Kategorie, die Boote starten aus Startblöcken heraus, 200m Sprint- , 775m und 2000m Rennen werden ausgefahren. Die Möglichkeiten auf einem See sind halt andere als auf einer öffentlichen Wasserstrasse.
Unsere Konzentration galt hauptsächlich der Königsdisziplin im Sprint, die 200m Strecke! In den letzten beiden Jahren sind wir jeweils knapp auf den zweiten Platz verwiesen worden, auch dieses Jahr war im Sport-Cup wieder mit starken Teams zu rechnen. Dutch Dragons, Samurais, Ruhrfire Mühlheim und Wanheimer Kanugilde hatten sich angekündigt.
Doch von Beginn der Quali-Läufe an haben die THUNDERS gezeigt, dass derjenige, der hier gewinnen will, uns schlagen muss! Alle Vorläufe wurden gewonnen und man zog ins Finale des 200m Sprints ein. In packenden Finalrennen wurden auch die stärksten Konkurrenten, die Dutch Dragons aus Amsterdam, geschlagen und so belegten wir in Wesel den 1. Platz im 200m Sprint! Die Tagesbestzeit von 49,05 im stehenden Gewässer kann sich wahrlich sehen lassen! Welch ein Jubel im Team, man konnte zurecht stolz auf diese Leistung sein!
Die anschließenden 2000m waren, auch zur Überraschung der anderen Teams, dann nicht ganz so von Erfolg gekrönt. Irgendwie lief das Boot nicht so druckvoll und sauber wie zig mal auf unserem Kanal trainiert. So belegten wir auf der Mittelstrecke den 5. Platz in der Sport-Kategorie.
Fazit : Eine Top-Regatta, auf der wir nach mehreren Anläufen endlich den ersten Platz im Sprint gewannen!

September : Halbmarathon Wesermeile Vlotho-Minden

Da waren sie wieder, die 21,1 Kilometer auf der Weser! Wir befanden uns ja schon seit einiger Zeit im Langstreckentraining zur Vorbereitung auf das jährliche Highlight,
auf das ich im Oktober noch eingehen werde. Die Wesermeile wird von uns dann sozusagen als besondere Trainingseinheit gerne „mitgenommen“. Diese Strecke als Rennen in einem 2 Tonnen schweren Drachenboot zu absolvieren, ist schon eine Herausforderung! Dazu kommt, das die letzten 1100m nach einer vollen Wende gegen die Strömung der Weser gefahren werden muß! Unmittelbar nach dem Rennen fragt man sich dann, wie es sein kann, das der Körper so dermaßen brennt ohne das man selbst in Flammen steht ? Aber zum Rennen : Die Boote starten im Abstand von einer Minute, leider belegten wir den Startplatz 2. Es ist immer angenehmer das Feld vor sich im Blick zu haben als selbst der Gejagte zu sein. Sei`s drum, nach kleinen Schwierigkeiten beim Start (wir ließen gleich mal 36 sec. liegen bis wir die Startlinie überfuhren) lief das Boot eigentlich gut auf Strecke. Die Weser ist auf Grund von Untiefen und Strudeln für den Steuermann sehr schwer zu befahren, aber unser GPS sagte Geschwindigkeit ist im Soll! Vor uns fuhren die Speed Dragons, ein Leistungsteam aus der Hochburg Hannover. Bis Kilometer 10 war der Abstand zu denen immer gleich, dann kamen die Flachstellen in der Weser und genau in dem Moment zogen die Hannoveraner dermaßen an, da gab es für uns nichts zu kontern. Wir haben alles aus unseren Körpern rausgepresst was geht, unser Steuermann Stefan legte eine super Wende hin und wir haben gegen die Strömung nochmal richtig einen rausgehauen! Was soll man sagen, wir fuhren schneller als der letztjährige Sieger und belegten mit dieser Zeit einen, in Angesicht der startenden Team, achtbaren fünften Platz. Gegen Leistungsteams aus Hannover, Hameln, Wolfsburg und Renngemeinschaften aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben wir die Fahne vom Niederrhein hochgehalten und konnten zufrieden die Heimreise antreten.

Oktober : Monkey Jumble Saarbrücken

Das Highlight stand an, der Monkey Jumble auf der Saar mitten durch die Stadt Saarbrücken. Mittlerweile unsere vierte Teilnahme, mit jedem Mal wurde die Präparierung des geliehenen Bootes professioneller! Spritzschutz gegen die Wellen am Bug, originalgetreue Nachbildung des Kopfes und Schwanzes aus Styropor (mit Sollbruchstelle!), eingebaute Tauchpumpen in der Bootsmitte und griffbereitem Ersatzpaddel im Boot. Wir haben in den vergangenen Jahren so viel bei diesem Rennen erleben müssen, jetzt waren wir für alles gewappnet.
Der Monkey Jumble ist mittlerweile das hochkarätig besetzte und auch das härteste Langstreckenrennen in Europa, alleine schon durch den Massenstart von 50 Booten!
Teams aus 6 europäischen Ländern waren gemeldet, darunter wie immer die Creme de la Creme aus Deutschland. Diese 11 km sind ein Erlebnis der besonderen Art, schon die Startprozedur mit besonderer Musikbeschallung von 500m entlang der Saar erzeugt eine Gänsehaut! Zu diesem Rennen ist nur eine Online-Anmeldung an einem bestimmten Datum ab 0.00 Uhr möglich, nach gerade einmal 48 Sekunden(!)
war die Regatta ausverkauft!
Nun, wir fanden uns auf Startplatz 29 wieder,also im hinteren Drittel des Startfeldes.
Sehr nachteilig, denn wenn sich 100 Tonnen Drachenboot in Bewegung setzen, und zwar so als wenn es kein Morgen mehr gibt, dann entstehen Wellen auf der Saar wie auf der Nordsee!
Egal, wir waren gut vorbereitet und haben auf dieses Event hin trainiert. Nach dem Knall der Startkanone hämmerten wir 30 humorlose Startschläge hin und gingen in den satten Streckenschlag über. Wir waren gut unterwegs und liefen nach1600m an der ersten Wende auf eine Pulk vor uns startender Boote auf. Unser Steuermann Lukas sah eine Lücke und wollte innen überholen. Das blieb nicht unbemerkt und der Steuermann des seitlich vor uns fahrenden Bootes machte knallhart die Tür zu. Das hat natürlich gerummst und unser Styroporkopf brach wie angedacht an der Sollbruchstelle ab. Die Aktion wird uns im späteren Verlauf noch verfolgen…..
Weiter ging es auf den langen Weg zur zweiten Wende, es entwickelten sich harte Positionskämpfe im Pulk mit teilweise 5-6 Booten nebeneinander. Und zwar so nebeneinander, das sich die Paddel schon berührten! Welch ein Kampf, aber genau dafür machen das!! Wir fuhren also im Pulk auf eine mehrbögige Brücke zu, und wir auf der ganz linken Seite. Die anderen Boote fuhren kurz vor dieser Brücke alle rechts rüber und auf der rechten Seite durch, wir schafften das nicht mehr und nahmen die linke Seite. Auch diese Aktion würde uns im späteren Verlauf noch verfolgen……
Nachdem wir durch eine freudlose Druckerhöhung dem Pulk davongefahren sind kamen wir sauber durch Wende 2 und nahmen die ca. 60m vor uns fahrenden Mülheimer ins Visier. Eingeholt hatten wir sie schnell, aber einholen und überholen, gerade gegen einen abgezockten Steuermann, sind zwei Paar Schuhe! Waren wir mit einer drittel Bootslänge vorne und wollten uns etwas seitlich absetzen, folgten uns die Gegner und saugten sich immer wieder an! Das Spielchen wiederholte sich ein paar mal und sowas geht mal richtig in die Arme. Da brauchst Du einfach mal brutalen Durchzug, aber da wir auch in Saarbrücken mit 10 Frauen gefahren sind, fehlt naturgemäß für solche Aktionen etwas die Power! Trotzdem waren wir an der dritten Wende vorne, innen rein gezogen, Feuer frei und weg waren wir! Auf den letzten knapp 2Km fuhren wir relativ frei und konnten nochmal unbedrängt Gas geben. Erschöpft aber auch ob des Erlebten rundum glücklich fuhren wir durchs Ziel.

Nun zu den erwähnten Situationen, die Hauptschiedsrichterin, extra vom DKV abgestellt, drückte uns eine satte Strafzeit von 50 sec.(!) auf s Auge! 20sec. wegen „rücksichtslosen Fahrens in der Wende mit Auslassen von zwei Bojen“ und 30 sec. wegen linksseitiger Durchfahrung der Brücke! Welch ein Schock! Nach längerer Diskussion und Auswerten der Videobilder wurde die Strafzeit auf 40 sec gesenkt, was uns aber immer noch 4 Plätze in der Wertung gekostet hat. Somit belegten wir in unserer Klasse den 8. Platz.
Fazit : Wie immer einfach eine unglaubliche Regatta, die in Europa ihresgleichen sucht. Wir freuen uns auf nächste Jahr, um in diesem Kampf der Drachenboote wieder mitzumischen!

 


Auch die Saison 2017 war wieder reich an Höhepunkten und Erlebnissen im Drachenboot-Team der THUNDER DRAGONS. Siege und auch Niederlagen gemeinsam zu erleben, ob jung oder etwas älter, das macht diesen Sport so einzigartig.

Ab jetzt konzentrieren wir unser Training auf die Deutsche Meisterschaft Langstrecke
im April 2018 auf dem Baldeneysee in Essen.
Sportlich orientierte Paddler zwischen 18 und 50 können gerne an unseren Trainingstagen Montag und Donnerstag bei uns hereinschnuppern, wir trainieren ganzjährig.

In diesem Sinne, Paddel voraus und immer satt Druck!
Dirk, TC Thunder Dragons